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So waren Maximo Park in Zürich

Relevanztest bestanden

Donnerstag, 27. Februar 2014, 11:51 Uhr. elb. Vor fast neun Jahren standen Maximo Park erstmals im Zürcher Mascotte auf der Bühne. Bei ihrer Rückkehr zeigte die britische Indie-Rockband vorgestern, was einen guten Liveact ausmacht. Kann Frontmann ganz gut: Paul Smith von Maximo Park. Photo: instagram.com/openairguide Kann Frontmann ganz gut: Paul Smith von Maximo Park.
Ein netter Zufall. Zwischen den leicht geöffneten Vorhängen des Backstagebereichs im Obergeschoss konnte man es am vergangenen Dienstag gerade so erblicken. Dieses Plakat mit den grossen roten Lettern und der in die Luft gesprungenen Figur. Einst, im Sommer 2005, hatten Maximo Park mit dem Cover des Debütalbums «A Certain Trigger» für ihren ersten Schweizer Auftritt an selber Stätte geworben.

Zwischen Top und Flop
Einiges hat sich seither verändert. Vom damaligen britischen Indie-Rock-Hype, mit dem auch die Band aus Newcastle ins grosse Rampenlicht gespült worden war, ist nicht allzu viel übriggeblieben - abgesehen vielleicht von Franz Ferdinand. Bestes Negativbeispiel die Kaiser Chiefs, die sich im Anschluss an den raschen Aufstieg relativ zügig ins Abseits spielten und heute um ihre Daseinsberechtigung kämpfen.

Irgendwo mittendrin stecken Maximo Park. Zweifellos haben auch sie in den vergangenen Jahren an Relevanz verloren, was mitunter in den stetig schwächer gewordenen Alben begründet und an den wieder kleiner gewordenen Konzertlocations oder tieferen Festivalslots festzumachen ist.

Da kommt das 10-jährige Jubiläum des Mascotte für ein erneutes Gastspiel gerade recht. Ausverkauftes Haus, einzige Schweizer Show und gleichzeitiger Abschluss ihrer derzeitigen Europatour: die äusseren Umstände stimmen. Und die fünf Briten nutzen die Gelegenheit. Vom ersten Augenblick hat Sänger Paul Smith den Laden im Griff. Neben seinem wirbligen Auftreten und der theatralischen, aber dennoch nicht übertrieben wirkenden Gestik haben da das knackige «Our Velocity» (2007) und «The Coast Is Always Changing» (2005) einen nicht unwesentlichen Anteil daran.

Gahan lässt grüssen
Ja, es sind vorneweg die älteren Songs, die an diesem Abend (noch immer) am besten zünden. Doch auch ein neues «Brain Cells» vermag herauszustechen. Allerdings nur, weil es derart ungewöhnlich ist, dass Maximo Park neuerdings wie Depeche Mode klingen können. Beim in viel Hall schwebenden «Leave This Island» tönt die neue Facette dann aber auf einmal sogar richtig gut.

Und so ist es allen voran der auf den Monitorboxen singende oder den Mikrofonständer in die Luft streckende Frontmann Smith, der den Zuschauern gewitzt, engagiert und natürlich mit Hut den Weg durch die Banddiscographie weist. Hinter ihm erledigen Gitarrist Duncan Lloyd und seine Mitstreiter ihren Job angenehm unauffällig und auf den Punkt. Am Schluss werden sie über 20 Songs gespielt - mit «Going Missing» als idealem Finale - und bewiesen haben, dass es eine gute Liveband mit charismatischem Sänger versteht, an einem Konzert die schwächeren Songs in den Hintergrund drängen zu können.


Video: Youtube / LEVELS

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