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So waren The Jezabels in Zürich

Easy to love

Donnerstag, 20. März 2014, 17:10 Uhr. elb. Wenn eine Band während ihres Konzerts das Level fast durchgehend halten kann, dann hat sie einen guten Auftritt abgeliefert. The Jezabels zeigten gestern im vollen Komplex Klub, dass sie auf der Bühne diese Fähigkeit besitzen. Gute Liveband: The Jezabels bei ihrer gestrigen Show. Photo: Mainland Music Gute Liveband: The Jezabels bei ihrer gestrigen Show.
Als das Licht wieder anging, bot sich ein einheitliches Bild. Gezeichnete Gesichter überall. Man hätte daraus schliessen können, dass das vielleicht an den vorhergehenden rund 90 Minuten gelegen hatte, in denen The Jezabels das Zürcher Publikum mit ihrem episch-emotionalen Indie-Pop zutiefst beeindruckt hätten. Doch hätte das wohl nicht ganz der Wahrheit entsprochen. Vielmehr war die ausverkaufte Location lüftungstechnisch an ihre Grenzen gestossen.

Auf alle Schultern verteilt
Ein grosses Stück des Kuchens darf sich das australische Quartett aber dennoch abschneiden. Denn der letzte Auftritt seiner aktuellen Europatour, den es gestern in der Schweiz absolvierte, hinterliess einen durchwegs positiven Gesamteindruck. Sängerin Hayley Mary überzeugte stimmlich in allen Lagen. Der aktive Sam Lockwood an der Gitarre, der sich auf der kleinen Bühne ab und an seinen Raum zur Entfaltung jeweils wieder kurz suchen musste, bildete den Gegenpol zur durchgehend sitzenden Keyboarderin Heather Shannon. Und zuguterletzt war es Nik Kaloper, dessen dynamisches Drumplay massgeblich daran beteiligt war, dass sich die Songs live nicht mehr so arg plastisch wie auf (der neuen) Platte anhörten. Kurz: Jeder hatte seinen Anteil am stimmigen Endresultat.

In Form von «The Brink» und «Endless Summer» hatte sich von Beginn weg gezeigt, mit welch traumwandlerischer Sicherheit die ganz in Schwarz gekleidete und dunkel geschminkte Mary ihr Markenzeichen beherrscht. Wie sie die drei verschiedenen Stimmlagen von den flimmernd tiefen Regionen bis zum sirenenartigen Sopran kombiniert, macht sie gepaart mit ihrer Bühnenpräsenz und der zwischenzeitlich aufflackernden Tanzfreude zu einer idealen Frontfrau.

Sinnbildliches Finale
Songtechnisch gab es nicht viel zu bemängeln. Einzig das schlichte «Psychotherapy» befand sich als Zugabe etwas auf verlorenem Posten. Dem gegenüber schafften es selbst die ganz kitschigen 80er-Synthies keinen allzu störenden Einfluss zu nehmen und boten solide Abwechslung zu den zauberhaft in viel Hall davonfliehenden Gitarrenklängen. Mit dem grössten Hit «Easy To Love» als gefeiertem Abschluss beendeten The Jezabels nicht nur ihre Clubtour durch Europa, sie untermauerten auch noch einmal wortwörtlich, warum sie es als Liveband den Zuschauern nicht schwer machen, sie zu mögen.


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