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So waren Metronomy in Zürich

Widerspenstige Liebesbotschaften

Dienstag, 15. April 2014, 14:15 Uhr. elb. Bei der ersten ihrer beiden ausverkauften Schweizer Shows liefern Metronomy in Zürich eine solide Performance ab. Sie wirkt, wenn der Funk durchdringt oder die Orgeln ertönen. Auf die gesamte Dauer vermag das Konzert aber nicht restlos zu überzeugen. Gibt etwas her: Das derzeitige Bühnenbild von Metronomy bei einem Auftritt in Brüssel. Photo: Screenshot/Youtube (NiRo) Gibt etwas her: Das derzeitige Bühnenbild von Metronomy bei einem Auftritt in Brüssel.
«R-a, d-i, ooo. L-a, d-i, ooo», skandieren Joseph Mount und Olugbenga Adelekan über herumwirbelnde Synthies und schrammelige Gitarren. Purer Funk herrscht gestern zeitweise bei Metronomy in Zürich. Denselben Beat trägt Schlagzeugerin Anna Prior gleich nahtlos weiter, der charismatische Adelekan am Bass stimmt ein rasch erkennbares Muster an und alsbald setzt das klimpernde Piano und der langgezogene, mehrstimmige Gesang ein: «Love Letters». Zwingend zuckt es in den Gliedern, allzu gern lässt sich das dichtgedrängte Publikum im Kaufleuten in diesen Minuten auf den angebotenen Retro-Trip ein.

Viele Bremsklötze
Durchgängig werden die Zuschauer an diesem Abend nämlich von der einheitlich in weinroten Blazern und weissen Hosen gekleideten Band nicht in Beschlag genommen. Mit dem per se eher ungewöhnlichen Opener «Monstrous» orgelt sich das sympathische Mastermind Mount von Beginn weg gemächlich in die Show, die in der Folge einige Anlaufzeit benötigt, um etwas Spannung aufbauen zu können. Erst die von kollektivem Jubel begleiteten Anfangsklänge des sommerlichen «The Look» setzen ein erstes Ausrufezeichen, derweil der live im Gegensatz zum Album zu lang andauernde Instrumentaltrack «Boy Racers» allerdings das Geschehen nur kurz danach bereits wieder spürbar ausbremst.

Diese Passage ist insgeheim symptomatisch für den ganzen Auftritt. Solange das funkige Element mit prominentem Bass (beispielsweise bei «Holiday») oder die spielerischen Synthies vom 2011er-Glanzstück «The English Riviera» («The Bay») prägnant im Spiel sind, gelingt der Zugriff, funkt es. Andernfalls schleichen sich aber immer wieder Längen ins Set ein, die nicht ausschliesslich mit den neuen Songs zu begründen sind. Denn gerade die ruhigeren Tracks wie «Reservoir», «I'm Aquarius» mit seinem Shoop-Doop-Doo-Aah oder auch «The Upsetter» heben sich ebenfalls markant vom Durchschnitt ab.

Am Zürich Openair zwingender?
Heute Vormittag ist bekanntgegeben worden, dass Metronomy Ende August am Zürich Openair in Rümlang erneut ihr stimmiges Bühnenbild aus Wolken und den ursprünglich weissen, aber oft in den verschiedensten Farben angeleuchteten Synthiekonsolen in der Schweiz aufstellen werden. In Anbetracht eines kompakteren Festivalsets ist die Hoffnung zumindest begründet, dass dann etwas mehr Knistern in der Luft liegen wird.

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