Startseite   ›  Magazin   ›  Happige Konkurrenz für das Open Air St. Gallen 2015
Freitag, 10. Oktober 2014, 19:25 Uhr. elb. Seit Jahren findet das Open Air St. Gallen jeweils am letzten Juni-Wochenende statt. Neben diversen europäischen Festivals kommt nächsten Sommer mit dem belgischen Rock Werchter ein weiterer harter Konkurrent im Kampf um die internationalen Bands hinzu. Festival-Dichtestress am letzten Juni-Wochenende rund um das Open Air St. Gallen (blauer Pin). Photo: Google Maps Festival-Dichtestress am letzten Juni-Wochenende rund um das Open Air St. Gallen (blauer Pin).
Panik dürfte zwar schon nicht gerade angesagt sein. Optimistisch macht die jüngste Bekanntgabe im Hinblick auf die 39. Ausgabe des Open Air St. Gallen vom 25. bis 28. Juni 2015 aber eben auch nicht: Heute hat das Rock Werchter angekündigt, kommendes Jahr sein Austragungsdatum um eine Woche vorzuverschieben, um einen gewünschten Headliner verpflichten zu können. Damit findet das traditionell sehr prominent besetzte Festival in Belgien zeitgleich zum Open Air St. Gallen statt.

Kampf um die Mittelklasse
Sorgenfalten bereitet dabei nicht einmal die Verpflichtung dieses ominösen Headliners, bei dem es sich vermutlich um ein besonderes Schwergewicht (AC/DC? U2? Foo Fighters) handeln dürfte, das für das Ostschweizer Festival sowieso nicht zu stemmen wäre. Problematisch wird vielmehr der Kampf um die mittelgrossen internationalen Bands und die Newcomer, die bis anhin schon oft lieber gleich mehrere Tage des letzten Juni-Wochenendes am englischen Kultfestival Glastonbury als im Sittertobel verbrachten. Dass das zahlungskräftige Rock Werchter mit seinen 88'000 Besuchern (pro Tag!) etliche der verfügbaren Glastonbury-Acts nun stattdessen nach Belgien lotsen könnte, liegt auf der Hand.

St. Gallen muss sich jedoch nicht nur gegen diese beiden Grossfestivals behaupten. In Skandinavien wächst ebenfalls geballte Konkurrenz heran. Verantwortlich dafür zeichnet mit dem Hamburger Unternehmen FKP Scorpio der grösste Festivalveranstalter Europas, der bereits knapp 20 Festivals (u.a. Southside/Hurricane, Greenfield) organisiert. 2015 baut er seine Präsenz in Nordeuropa weiter aus und wird mit dem Bravalla in Schweden, dem Provinssirock in Finnland und dem neu gegründeten Tinderbox in Dänemark gleich drei Festivals parallel zum Open Air St. Gallen durchführen. Dass das skandinavische Trio beim Bandbooking von hausinternen Synergien profitieren können wird, ja, das liegt ebenfalls auf der Hand.

Und dann wären da ja noch die üblichen (kleineren) Verdächtigen in Sachen Konkurrenzkampf: Zum Beispiel das Rock-A-Field in Luxemburg oder die französischen Le Rock Dans Tous Ses Etats, Garorock und Solidays, die alljährlich immer wieder Acts im Line-Up vorweisen, die auch in St. Gallen gut zur Geltung kommen würden. Mit dem Down The Rabbit Hole in Holland hat sich zudem diesen Sommer ein weiterer Gegenspieler Ende Juni installiert, der von arrivierten Festivalveranstaltern organisiert wird. Hierfür ist allerdings noch kein Austragungsdatum für die zweite Ausgabe bekannt.

Vernünftige Erwartungen gefragt
Schon vergangenes Jahr sagte Festivalchef Christof Huber mit Blick auf die hohe Festivaldichte, dass man sich beim Open Air St. Gallen auf die eigenen Stärken besinnen werde, damit auch die Bands vom Festival profitieren könnten. Und da das bis anhin schon ganz gut funktioniert hat, muss man sich um das Line-Up des Open Air St. Gallen 2015 wohl keine allzu grossen Sorgen machen. Eine vernünftig dosierte Erwartungshaltung schadet aber sicher nicht.

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