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So waren die Glass Animals in Zürich

Welcome to the Jungle

Sonntag, 16. November 2014, 16:27 Uhr. elb. Tropischer Indie-Pop begleitet die britische Band Glass Animals bei ihrer ersten Schweizer Headlineshow. Es ist eine grösstenteils schöne Erfahrung. Mit den Glass Animals auf Streifzug durch den Dschungel. Photo: Youtube / GlassAnimalsVEVO Mit den Glass Animals auf Streifzug durch den Dschungel.
Es ist Punkt halb neun, als sich der Schleier über das ausverkaufte Exil in Zürich legt. Man wähnt sich im Regenwald - allein der Geräuschkulisse wegen. Ein Rauschen, Tierlaute aus den Boxen, und dann laden die Glass Animals zum Trip durch ihre Welt.

Immer wieder wird zwischendurch ein Synthesizer vom Himmel herabtröpfeln, in der Ferne die eine oder andere Gitarre verhallen. Und hoch oben, gleich unterhalb der Decke dieser imaginären Amazonas-Kuppel wird Dave Bayley mit seinem gedämpften Falsettgesang schweben. Mit den Armen rudern, als ob er fliegen und dabei laut etwas zuflüstern wolle.

Auf dem Beobachtungsposten
Der Auftakt des exakt einstündigen Ausflugs ist ein erlebnisvoller. Besonders dank der fesselnden Wirkung der Schwarzen Mamba, die bei den vier Briten auf den Namen «Black Mambo» hört. Leise pirscht man sich an sie an, harrt im Versteck aus, beobachtet und kann die Schönheit der Giftschlange während vier Minuten einfach auf sich wirken lassen. Um nur kurze Zeit später wieder innehalten zu können. Dieses Mal etwas verspielter: «Gooey».

Früh kommt nach den ersten Höhenflügen aber trotzdem schon die Frage auf: Wie weiter, wenn das jetzt bereits die bleibendsten Erlebnisse dieses Trips gewesen sein könnten? Die besten Songs an einer Show früh zu verbraten, das ist schon mancher Band zum Verhängnis geworden.

In der Nähe von R'n'B und Hip-Hop
Bei den Glass Animals wird es zu einer Gratwanderung. Denn bei Konzerthälfte taucht er dann eben doch auf: Der Gang in die eintönige Schlucht, wo es nichts ausser Gestein zu sehen gibt, wo es monoton wird. Glücklicherweise dauert der Abstieg aber nicht allzulange. Spätestens bei «Love Lockdown» ist die richtige Fährte wieder gefunden. Dass es dazu einer Coverversion von Kanye West bedarf, ist an sich eine logische Konsequenz. Weil sie passt und noch einmal unterstreicht, wie nah an den R'n'B- und Hip-Hop-Gefilden sich die vier Briten live bewegen. Als ob der schleppende Beat jeweils im Rhythmus der Machete schlagen würde, mit der man sich den Weg durchs Dickicht bahnt.

Und so gerät «Pools» zum stimmigen Schlusspunkt. Zum Moment, wo man im Schwimmbecken des Resorts mit Schirmchendrink in der Hand alles noch einmal Revue passieren lässt. Mit der Erkenntnis, dass sich das scheue Glass-Animals-Tier an diesem Abend immer wieder hervorgewagt, einige schöne Eindrücke hinterlassen hat - und sich jetzt wieder auf die Lauer legt. Man darf gespannt sein, was sich beim nächsten Vorstoss zeigen wird.

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